Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Die Jahreslosung für 2026 steht im Buch der Offenbarung des Johannes. Ein Werk, das viel zu oft missverstanden und als Steinbruch für obskure pseudoprophetische Weissagungen missbraucht wurde – leider auch heute noch. Auch wenn viele Bilder und Metaphern mysteriös und für uns heute kaum mehr interpretierbar sind, so gilt doch eines sicher: Johannes wollte den Menschen damals mit seinen Visionen keine Angst machen, er wollte auch keine Geschichte der Zukunft schreiben; er wollte vor allem eines: trösten. Wer Trost als Motiv hinter all den Versen erkennt, wird auch im letzten Buch der Bibel das wiederfinden, was alle Bücher davor ebenfalls beinhalten: Evangelium – frohe Botschaft!

Auch der Vers aus dem 21. Kapitel, der zur Jahreslosung erkoren wurde, gehört dazu. In ihm steckt so viel, das uns Hoffnung machen und uns Menschen aus allen Sackgassen herausführen und Zusammenbrüchen aufrichten will. Nicht wir sind es, die dies vollbringen müssen – woran wir sowieso immer wieder kläglich scheitern – sondern Gott spricht sein kraftvolles „Ich“-Wort in die Welt. Damit entlastet er uns von all dem, was wir an vergeblichen Anstrengungen, unerfüllbaren Erwartungen und  viel zu hohen Ansprüchen mit uns herumschleppen. All das Alte, das Vergangene und Vergängliche, das Kaputte und Unvollkommene, das Verletzte und Verwundbare, das Gescheiterte und Hinfällige … all das macht Gott neu!

Mit diesem Vers gehen wir in das neue Jahr 2026. Große und kleine, junge und alte Menschen unserer Kirchengemeinde haben auf Herzen festgehalten, was sie sich für die kommenden 365 Tage erhoffen. Ihre Wünsche wehen nun vor der Friedenskirche in Merzig zwischen den Bäumen und wollen gesehen, gelesen und gebetet werden. Und hoffentlich hier und da auch Wirklichkeit werden. Wir grüßen damit alle Menschen, die unsere Anliegen teilen und bitten um Gottes reichen Segen, ohne den es keinen Neuanfang geben kann. So oder so wird es ein weiteres Jahr des Herrn – und das darf uns – sofern wir darauf vertrauen – zuversichtlich nach vorne schauen lassen.